Ich war ein Linker; und dem lieben Gott ist nicht alles Wurst.

Mit diesem Text offenbare ich mich vor dir. Es hat etwas mehr als zwei Jahre gedauert, bis ich mich entschloss, mein mehrmonatiges spirituelles Erwachen und den Prozess der Erlösung durch die GNADE Gottes in Jesus Christus aufzuschreiben. Ganz ehrlich, es ist mir nicht leicht gefallen. So nahm ich einen Zweig meines Lebens, welcher mich seit meiner Kindheit begleitet: den Protest. Nicht, dass ich etwas gegen Linke hätte, ganz im Gegenteil. Ich möchte dich vor allem ermutigen. Wenn etwas wirklich so schlimm ist, es förmlich auf der Seele brennt, wie ein Reaktor in einem Atomkraftwerk, dann kann eine Kernschmelze in deinem Herzen sicherlich eine gute Idee sein. Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, diesen Beitrag aufmerksam durchzulesen. Ich freue mich ebenfalls über deine Rückmeldung.

Vor ziemlich langer Zeit, da ging ich auf so manche Demo. Schwarz gekleidet, mit Sturmhaube und Handschuhen. Steine warf ich nicht viele, aber ich tanzte gerne in der ersten oder der zweiten Reihe. Law and Order war mir zuwider.
Ich lebte als Student in Wohngemeinschaften, studierte den Karl Marx von oben bis unten und wenn ich mal alleine war, dann drehte sich in mir, ohne dass ich es bewusst merkte, der Magen um. Und zwar mehrfach. Die beständige Schießerei auf diesem schönen und einzigartigen Planeten, das vermeintliche Absägen unseres eigenen Astes, auf dem wir alle leben und gedeihen (das mit den guten alten Regenwäldern) und der beständige Krach überall und nirgendwo, das machte mich ganz wahnsinnig.

Mit anderen Worten: Ich hatte Zuviel. Von allem. Und sehr starke Schmerzen.

Ob ich es wollte oder nicht, ich spürte sie und ihr offensives Wirken zogen mir im wahrsten Sinne des Wortes einige Zähne raus. Sie waren da und sie waren mehr als nur real. Ganz ehrlich, wenn ich so zurückblicke, dann glaubte ich (tja, die Sache mit dem guten alten Glauben), ich hätte alles. Von Vergesslichkeit (bestimmt eine besondere Form mit einem echten lateinischen Namen) über Angsthase, super krass sexsüchtig und echt versaut (immer diese schönen Beine und engen Hosen, ganz zu schweigen von den tollen Hintern), armer Schlucker, Krebs, falscher Vogel (denn ich log immer alle an… so glaubte ich) und die schlimmste aller Möglichkeiten der Esssucht. “Immer dieser große Appetit und immer dieser Hunger! Und dann der ganze Kaffee!” Dass ich regelmäßig Sport machte, schon fast Marathonläufer war und beim Kampfkunst-Training dreimal die Woche mindestens 100 Kniebeuge machte und locker mal 100 Liegestütz, das vergaß ich. Ja – die schwere Vergesssucht. Bingo!

Kurz gesagt:

Ich bemerkte nur ganz leise, mit wie viel und wie schön mich das Leben, das Universum und der ganze Rest beständig beschenkte (ganz ohne böse zu scherzen und ganz ohne Schmerzen), das mich zutiefst glücklich und zufrieden machte. Etwas wunderbares. Einzigartig. Immer da und immer nah.

Eine meiner schönsten Angewohnheiten war es, mit anderen zu lachen. Und wenn sie nicht lachten, dann schenkte ich ihnen ein Lächeln. Oder gar zwei. Viele meinten schon frühst: “Hey, was gibts denn da zu lachen!” Und ich: “Ups, das war jetzt falsch.” Und schon war es falsch. Immer, wenn ich dann trotzdem lachte und schenkte, dann, ja dann, war das Kind in den Brunnen gefallen und um mich war’s geschehen. Na, bei diesem Alltag… Hinterher ist man immer schlauer.

Auch liebte ich, ohne weiteres und nur mit der Wimper zu zucken zu helfen. Türen aufmachen, freundlich sein, Aufmerksamkeit schenken, in Kontakt gehen. Kontakte knüpfen. Gerne auch ehrenamtlich. Und immer dann, wenn ich vor meine unsichtbare Mauer lief, nicht das zu erhalten, was ich mir erhoffte, erwünschte oder erwartete, dann war es wieder um mich geschehen.

Ich möchte ein wenig ausholen.

Gleich vorweg: sollte es Sie zu stark berühren, dann empfehle ich Ihnen ein wenig Abstand. Nehmen Sie sich etwas Zeit und holen Sie gerne einmal tief Luft. Denn es war wirklich hart.

Mein Vater, ein junger erwachsener Mann, seinerzeit Gärtner, erkrankte in Windeseile an Krebs und verstarb kurz nach meiner Geburt. Ich war drei Tage vorher aus dem Bauch geschlüpft und schwups weg war er. So landete ich auf der Erde. Aus dem Leben, aus dem Sinn? Nicht doch. Ganz im Gegenteil. Behütet bis ins siebte Jahr wuchs ich geliebt, beschmust und verwöhnt unter Vielen auf. Aber meine Mutter, soviel sie mir auch gab; sie war oft nicht da, so wie ich sie brauchte. Das viele Arbeiten war das eine. Sie erkrankte mehrfach schwer mit den sich dadurch ergebenden langen Aufenthalten in Krankenhäusern und Kurkliniken, derweil ich viel herumgereicht wurde: in eine Pastorenfamilie z. B., wo ich Laufen lernte oder zu Freunden und Bekannten.

Und dann kam der Donnerschlag. Ein zweiter Vater kam in mein Leben. Ich freute mich, war tierisch aufgeregt und natürlich auch traurig, denn wir zogen vom Lande in die Stadt. Er aber, eigentlich ganz nett und gewissenhaft – manchmal sogar sanft, entwickelte sich zu einem wahren übermächtigen, feuerspeienden Drachen. Oft legte er mich sozusagen aufs Knie und verdrosch mich. Mit seinem Gürtel oder seiner großen Hand, sodass mir regelrecht die Sicherung herausflog. In Kürze litt ich nach mehreren Monaten unter Migräne. Zur Abwechslung jagte er mir am Küchentisch beim gemeinsamen Essen durch seine Erzählungen mächtig Angst ein, wenn ich nicht eh schon um mein Leben fürchten musste durch seine Prügelei. Spätestens hier bin ich mehrfach von Panzern überrollt, von Kalaschnikows zersiebt oder durch Zwangsarbeit unter Tage bei den Russen im Uranbergwerk verstrahlt und verhungert.
Der Zweite Weltkrieg hat ihn bis heute schwer im Griff und begleitet ihn bis jetzt des Nachts in seine Alpträume von denen er schweißgebadet und schreiend nur allzu oft aufwacht. Meine geliebte Mutter (ich kann Ihnen sagen, eine Mutter-Kinderliebe ist mit das reinste und wundervollste, was die Welt je gesehen hat) wich nie wirklich von meiner Seite. Ich jedoch glaubte nach und nach das Gegenteil. Schon alleine durch ständige Überarbeitung, man nennt es heute Burnout, lag sie oft flach wie eine Flunder in einer orthopädischen Abteilung einer Klinik, bis hin zu 12 Wochen am Stück. Heute, wie damals nennen es viele: “Ich habe Rücken.”
Viele Tränen flossen. Existenz- und gnadenlose kindliche Überlebensängste in den schillerndsten Farben prägten sich tief ein in mein kleines Herz.

Auch wurde ich, in der Grundschule (ab dem Kontakt mit meinem zweiten Vater) von Anfang an gemobbt. Schülerinnen und Schüler ärgerten und hänselten mich so sehr, dass ich vor feuriger Wut entbrannte, und irgendwann einfach die Luft verlor. Ich wurde absichtlich eingesperrt, verprügelt, belogen. Mir wurden Schulsachen entwendet oder ich wurde einfach einsam und verlassen stehen gelassen. Freunde gab es nur wenige.

Kam ich nach Hause, nach so einem harten Schultag in der Grundschule, dann war ich völlig fertig. An Schulaufgaben war nicht zu denken. Vor allem nicht mit gefühlten Panzerfäusten im Rücken oder einer zu erwartenden Strafe wegen einer schlechten Schulnote. Oder weil ich es einfach nicht mehr aushielt und dem eigentlich sehr inspirierenden Schulunterricht einige Male fernblieb.

Den einzig wirklichen für mich realen Halt gab in einer kirchlichen Jugendarbeit. Hier konnte ich sozusagen trinken. Mich auftanken. Lachen, Aufmerksamkeit schenken, Knuddeln, Spielen, Malen, Zeichnen, Rechnen und viel, viel Aufmerksamkeit erhalten. So wie es eben ganz normal ist. Einfach so.

Hätte es diesen Ort des Lichts und der Entfaltung nicht gegeben – ich wäre sicherlich auf die schiefe Bahn geraten. Vieles hätte dafür gesprochen.

Aber ich kämpfte wie ein Wilder. Wie auch immer ich es schaffte zum Beispiel überhaupt auf ein Gymnasium zu kommen: am Bildungsniveau meiner Eltern hat es sicherlich nicht gelegen. Meine Mutter ging schon nach der 9. Klasse ab und wollte einfach Hausfrau sein. Und mein guter Stiefvater: seiner Karriere wurde mit der Flucht aus dem deutschen Osten ein jähes Ende gesetzt.

Es war wie ein

Irgendwann ging mir als junger Erwachsener ein kleines Lichtchen auf. Aber erst musste ich selbst richtig krank werden. Krankenhaus, schwere Operation, Reha. Bewegungseinschränkung bis auf Lebenszeit. Ein vermeintlicher Misserfolg reihte sich ein nach dem nächsten – wie im Beruf so auch in der Liebe. So fühlte sich es an. Irgendwie kam ich dazu zu sagen: “Schluss jetzt. So nicht. Ich ziehe die Reißleine und werde so oft wie möglich in mich hineinhorchen, mich erforschen und auch, wenn es dafür nötig ist, einiges an Geld in die Hand nehmen.” Oder anders: ”Was ist los?“ So ging ich zu verschiedenen Therapien. Atmung war dabei immer mein persönlicher Dreh- und Angelpunkt. Mehrere Jahre gingen ins Land und immer wieder kam es zu dem Punkt: ”Mensch Junge! Freu dich doch! Ist doch alles vorbei. Kannst lachen, genießen, Party machen, Cappuccino trinken und eine Runde mit dem Fahrrad drehen.” Oder so ähnlich. Aber, das ist die Krux an versteckten und in sich verwinkelten vielerlei Traumata aus grauer Vorzeit: sie kommen wieder. Nicht immer in einer speziellen Situation, sondern als Muster, welche sich als Ereignis manifestieren. Als ich dann als Neuling in einem Göttinger Zen-Tempel saß, fühlte ich mich nicht mehr als Anfänger. Ich war innerlich schon fertig. Hatte alles gesehen, alles gefühlt und alles durchlebt. So glaubte ich. Denn, ganz wie von selbst, erlebte ich ganz alleine vor mich hin, die ein oder andere Erleuchtungserfahrung. Ohne es wirklich zu merken. Erst als ich da so vor mich hin atmete und anfangs manchmal fast vor Schmerzen mit meinen sportlichen Beinen verging, da gingen in mir wirklich die Scheinwerfer an. “WOW! Das ist es worüber so ein Zenmeister spricht. Und ich erlebte es ständig! Und zwar so, ähhhh, wie gleich? Weg war’s. Nicht als Mönch von damals oder jetzt in Japan, sondern: hier. JETZT.” Im kleinen bescheidenen Göttingen in einem kleinen und bescheidenen Zen-Tempel.

Auf einmal flüsterte es:

“Is jut men Jong (ist gut mein Junge). Du bist bald so weit. Kannst’ aufwachen. Lass dir ein bisschen Zeit und verändere bitte nichts.”

“Ach du Schreck!”, rief es in mir. “Jetzt rauche ich auch noch Haschisch. Hilfe!”

Ganz im Gegenteil. Von den paar Zigaretten in meinem Leben, welche ich probierte zu rauchen, wurde mir speiübel und ich musste mit Hustenanfällen quasi ins Krankenhaus. Ein Joint kam daher nie wirklich infrage. Nur einmal, das war mit einer schönen Liebe. Und wieder wollte sie nicht mehr mit mir zusammenbleiben; es war weit vor meinem Weg zum Atmen in Bewusstheit.

“Mensch, ich bin doch dein Schutzengel!”

“Und wie heißt du?”, fragte ich vorsichtig nach innen.

“Ich bin dein Erzengel. Asrael.1Er wird sicherlich auch Ihnen antworten, wenn Sie fragen haben.Hier stehen ein paar ganz nützliche Informationen über ihn.“, brummte es schon fast.

Funkstille.

“Auweia”, so dachte ich. “Was’n das jetzt?” Und so führte es mich über Umwege immer wieder nach Indien und es lässt mich bis heute nicht mehr los. Sogar eine Ausbürgerung und Umsiedlung standen mehrfach auf dem Programm.

“Nun gut, junger Padawan. Schau genau hin”, sagte ich mir (oder war’s der Engel, der mir diesen und viele weitere Impulse gab?) So landete ich im Herzen Indiens, in Bodhgaya ganz unweit des Mahabodhi-Tempels in einer Meditationskabine auf meinem Hintern. Und plötzlich ergab nichts mehr einen Sinn. Außer jenen vier Gelübten, die ich mir selbst schwor zu Leben und zu verwirklichen: Nicht Töten, nicht Stehlen, nicht Lügen und nicht Fremdgehen (angelehnt an die Bodhisatva-Gelübte, welche ich bei meiner ersten Zen-Ordination ablegte).

Schwups!

Plötzlich ich war raus aus allen Sinnen.

Keine Angst. Kein Schrecken.

Kein Auge, kein Ohr, kein Riechen, kein Schmecken. Kein Bewusstsein.

Dafür: reinstes Vertrauen, reine Liebe, reines Leben.

Über viele Tage, ja Wochen war ich hunderprozent frisch. Ich war wie ein neugeborener junger Fisch im Wasser und fühlte mich einfach pudelwohl. Es war eine Zeit mit den absonderlichsten Erlebnissen, in denen ich wie von Sinnen schien. Die Sonne blendete nicht, der Staub störte genauso wenig wie der ewige Verkehr. Die Menschen verstanden mich, trotz oder gerade wegen Hindi (das glaubte ich zumindest) und ganz ehrlich: Ich war ganz bei meinen reinen Sinnen.

Etwas schien neugeboren zu sein.

Ein neuer Aspekt einer menschlichen Seele – so sehe ich es zumindest heute. Schmetterlinge hinterließen mir sichtbare Spuren in ihrer Bewegung – gleich den Spuren von Tieren auf dem Lande. Nur eben in der Luft. Ich sah Menschen, wie sie selbst gleichzeitig in ein und der selben Sekunde nach links, wie nach rechts gingen. Ein und derselbe Mensch! Das war mit das wundersamste in dieser Zeit. Die Welt: eine Ansammlung von Farben, Formen, Bewegungen, Licht und Schatten. Wie der Mond, welcher sich wie eine Blume auf einem stillen See spiegelt. Ich war immerzu hellwach, zu welcher Tages- und Nachtzeit auch immer.

Auf den Punkt gebracht: Es war wie vollendeter Frieden, überreicht durch SEINE Gnade. Irgendwann in der Nähe des Mahabodhi-Tempels, im Dhammabodhi-Vipassana-Zentrum kam es wie der Donnerschlag:

“SCHLUSS JETZT. DU GEHST ZURÜCK, DA WO DU HERGEKOMMEN BIST, DU MENSCH. SEI GEFÄLLIGST HÖFLICH UND DUSCH’ DICH MAL. UND MACH GEFÄLLIGST DAS, WAS DU DIR VORGENOMMEN HAST. ACH, DEINE SPRACHE IST ÜBRIGENS ENGLISCH.”

“Ja, Englisch mag ich wirklich gerne; vor allem, wenn ich mir ‘Die Simpsons’ auf Englisch oder einen Bollywoodfilm mit Untertiteln schaue.” dachte ich mir. Komisch irgendwie. “Uff, das war jetzt aber eine Stimme.”

Gleichzeitig fühlte ich mich im Angesicht dieser Erfahrung, wie ein kleiner Wurm. Wenn die Schöpfung spricht, dann werde ich zumindest ganz klein und bescheiden.

Lange ein guter Platz zum Schlafen. Im Zen-Zentrum Johanneshof. 2017/18

War es ein Außerirdischer? Ein Wesen aus einer anderen Sphäre? Habe ich wirklich irgendwo ein geheimes Drogenversteck in meiner Meditationszelle gefunden und heimlich genascht? Oder war es wieder mein Engel? GAR GOTT PERSÖNLICH?!

Für mich ist es so: Ich glaube, ER war’s. Durch SEINE Heerscharen. Und wie durch einen Plan, den ich selbst, und manch meiner geliebten Mitmenschen und Freunde zu ihrem Leidwesen (fragen Sie einmal meine Ex-Frau oder meine Partnerin), nie ganz begreifen werde, führte es mich zurück nach Deutschland. Für mich entstand ein neuer Raum. Platz für Versöhnung und Frieden konnte sich ausbreiten.

Durch diese Erfahrungen ist es so, als hätte ich meinem größten Feind mehrfach direkt in die Augen geblickt. Sozusagen “Hallo” gesagt. Es ist, als währe ich selbst durch die Wüste geschwommen und wieder zurückgewandert. Auf glühend heißen Sohlen. In ihr liegt eine unglaublich große Kraft, mit dem wir allen vergeben können, die uns in der Vergangenheit schlechtes angetan haben. Niemand kann diese Erfahrung rückgängig machen oder beeinflussen. Ein vergangenes Gefühl von Unschuld ist vielleicht verloren gegangen – aber das Gefühl der Ganzheit und des schon fast überschwänglichen Wohlbefindens wächst scheinbar ins unermessliche. Selbst Menschen oder Situationen, die heute mit Konflikten beladen sind, kann ich so meinen Segen geben und ihnen vergeben. Dieses ist das größte Geschenk, was mich mir selbst machen kann und anderen damit machen kann.

Ich zog mich, auf guten inneren Rat hin, erst einmal zurück. In das Zen-Kloster im Schwarzwald meines ersten liebevollen und felsenhaften Zen-Lehrers. Und dort ging mir wieder einmal ein Licht auf: Ich bin’s.

Ich selber.

 

 

Seit eh und je.

Links, das bin ich noch immer. Ich bin Linkshänder.

PS und einige Anmerkungen

GOTT ist wirklich nicht alles Wurst.
ER mag sie einfach. Sie ist ganz seinesgleichen.
IHN stört, was uns stört.
ER liebt, was WIR lieben.


Und je mehr WIR lieben, desto mehr liebt ER. Ich kann Sie persönlich nur ermutigen: ziehen Sie selbst Ihren persönlichsten, geheimsten, verwinkelsten und karmischen aller karmischen Stecker. Glauben Sie nicht daran, was die Leute alles so sagen und was die Medien so alles berichten. Machen Sie Ihren ganz persönlichen Atomausstieg. Heute Nacht oder morgen früh und tragen Sie damit wirkungsvoll zum schönsten aller Klimawandel auf unserer schönsten aller Erden bei. Es lohnt sich. Denn Karma ist wie Marmelade. Erst schmeckt sie ganz gut, danach wird sie zu viel und dann klebt sie tierisch, weil das Marmeladenbrot wie von selbst auf die Hose gefallen ist.


Für das göttliche Selbst (und es gibt ja viele Namen in SEINEM Namen) macht es keinen Unterschied, ob man böses im Schilde führte oder ein barmherziger Samariter war oder ist. Für uns selbst und alles, was dazwischen ist, macht es das aber sehr wohl. ESE ist meine persönliche Abkürzung aus ER SIE ES, denn GOTT mag auch alle anderen Geschlechter. Ich glaube ESE ist in Wahrheit ein transsexuelles Wesen; sozusagen Gender in Vollendung.

ESE sagt einfach: “HURRA! NOCH EINER! WILLKOMMEN!”

Bis dahin ist es aber für viele ein weiter und für manche ein noch weiterer Weg. Ein sogenanntes ‘Ich’ hat viele Schichten. Und schon fast verschanzt im Panzerglas ist es eine harte Nuss. Zuallererst für das ‘Ich’ selbst. Dazu oft auch für die gesamte Umgebung gleich mit. Ein bisschen weicher und flexibler darf es schon sein. Und gerne noch ein bisschen mehr.


Ich frage mich nun oft, wie es uns als Menschheit ergeht wenn wir erwachen. Einzeln und kollektiv. Oder einfach als ‘Geschöpf’? Die Wahrheit hat viele Seiten und die Zeit viele Zeiten.

Wenn ein Nashorn einschläft, sich im Staube niederlegt und nach seinem letzten Atemzug die letzte Reise unternimmt, wird es sicherlich auch an so einigem vorbeikommen, was sein oder ihr Leben bestimmt und geprägt hat. Die guten, wie die schlechten Tage. Gedanken, Gefühle und noch viel mehr. Abgeknallt und schwups aus dem Leben gerissen? Schlimmer geht’s nimmer. Vor allem für den oder die Schießende(n). Und die Geschichte vom “das Leben und der Tod sei ein und dieselbe Medaille.”? Sie ist in gewisser Weise wahr. Wir erschaffen unsere eigene Welt; im Geiste, durch unsere Worte und durch unsere Taten. Ich, Sie, Du – wir alle. Wir sind Menschen. Ich jedenfalls kann meinem leiblichen Vater jeden Tag dafür danken, dass er mir gleich von Anfang an eine unglaublich wichtige Aufgabe in mein kleines Leben übertrug. “Finde es einfach raus mein Sohn. Es ist die wichtigste Frage überhaupt.” Ich kann nicht sagen, dass ich sie beantworten kann oder auch nur möchte. Aber sie hält mich auf Trab und diese Art zu denken hilft mir – auch und vor allem deswegen: die Herausforderungen meines Alltags immer wieder neu fried- und liebevoll zu meistern. Zu unterstützen, wo es eben geht und mit allen Mitteln. Auf allen Ebenen. Wie damals. Das geht oft ganz leise und mit einem berührten Herzen. Befragen Sie zusätzlich einmal ein Kleinkind, welches frierend, hungernd und verzweifelt auf Lampedusa in einem Zeltlager vegetiert, derweil ein paar Wochen vorher dessen Eltern im Mittelmeer ertrunken sind zum Thema Leben und Sterben. Mich treibt diese Frage um. Schon seit eh und je.

Der Klimawandel ist wirklich Wirklichkeit. Und die große Katastrophe, wo wir alle baden gehen, wird so nicht eintreffen. Ich glaube einfach daran.


Sangha steht für Gemeinschaft. Der Kern einer Gemeinschaft ist immer das Gefühl von Verbundenheit. In welcher Art auch immer. Ob Mann oder Frau die eigene Familie nun mag oder nicht; man ist schon aus der Natur der Sache aufgefordert, sich zu kümmern. Ohne die anderen geht es einfach nicht. Es ist Team-Arbeit. Der Schlüssel ist immer das Mitgefühl und die wachsende Liebe. Verbundenheit, Mitgefühl und Liebe; sie wachsen und durchdringen uns jenseits aller Ideologien und Vorstellungen. Sie erwachen aus der Mitte selbst. Dem Herzen der Sangha.

Fragen Sie mich bitte nicht, woher er kommt. “Mahadev Singh Khalsa.”2Mahadev (Mahadeva) hat im Sanskrit vielerlei Bedeutungen. Ich musste selbst lachen. Er kam einfach. Vielleicht eine Deutsch-Indische Seele? Ein echter Beitrag zur Völkerverständigung. “Hoch die Internationale… !”

Für mich endet und beginnt die Beständigkeit dieser Erfahrung mit einer Frage in meinem Herzen:

If there is only suchness.

What else is to describe?

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